Ein Prüfstand mit hellen Kunststoffleitungen, silbernen Metallrohren und Kraftstoffpumpen.

Neue CO2-arme Kraftstoffe in der Anwendungstechnik

December 1st, 2020News

Wie der Motor sicher läuft

01. Dezember 2020 Die Herstellung neuer klimaschonender Kraftstoffe ist technisch möglich, wie ein vorausgegangener Beitrag am Beispiel der Plattform-Chemikalie Methanol erläutert. Um zukünftige CO2-arme Brenn- und Kraftstoffe zur technischen Reife zu bringen, ist es einerseits wichtig, die Herstellungsverfahren weiter zu optimieren, und andererseits die Kompatibilität der neuen Kraftstoffe mit technischen Systemen im Bestand sicherzustellen. Regenerative Kraftstoffe sind zwar neu, aber die anwendungstechnischen Fragen bleiben gleich:

  • Alterung/ Oxidationsstabilität
    Wie verändern sich die Kraftstoffeigenschaften über bestimmte Zeiträume unter definierten äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel Temperatur?
  • Mischbarkeit
    Lassen sich neue regenerative Kraftstoffe mit anderen alternativen und konventionellen Kraftstoffen gut mischen? Wie verändern sich die Kraftstoffeigenschaften, wenn frische und alte Ware miteinander gemischt werden?
  • Wechselwirkungen
    Treten bei der Mischung Wechselwirkungen zwischen den Kraftstoffen auf?
  • Materialverträglichkeit
    Entstehen Wechselwirkungen zwischen Kraftstoffen und den Materialien kraftstoffführender Bauteile, wie zum Beispiel Korrosion, erhöhter Verschleiß oder quellende Dichtungen?
  • Gesamtsystemverträglichkeit
    Wie steht es um die Gesamtsystemverträglichkeit eines Kraftstoffs?

Das klassische Testing betrachtet einerseits die Fuels und andererseits die Bauteile, aber oft steht das komplexe Wechselspiel von Fuels und Technologien/ Systemen nicht im Fokus der Untersuchungen. Teilweise mangelt es auch an schnellen und kostengünstigen Testverfahren. OWI Science for Fuels und TEC4FUELS haben sich dagegen eine ganzheitliche Betrachtung der Zusammenhänge zu eigen gemacht. OWI entwickelt anwendungsnahe „Fit for Purpose“-Testverfahren, die im Labor reale Einsatzbedingungen nachbilden und klassische Testmethoden ergänzen. „TEC4FUELS entwickelt diese Prüfverfahren von der technischen Reife weiter bis zur Marktreife und führt damit Fuel- und Komponententests für die Automobilindustrie, Schifffahrt, Komponentenhersteller und Mineralölwirtschaft als Dienstleistung durch“, erklärt Klaus Lucka, Geschäftsführer der TEC4FUELS GmbH.

OWI und TEC4FUELS entwickeln Testverfahren, die valide Aussagen über das tatsächliche Verhalten von Kraftstoffen und Bauteilen unter realitätsnahen Einsatzbedingungen ermöglichen. Grafik: OWI/ TEC4FUELS

Zentrales Kriterium: Betriebssicherheit

Auf der Basis der Ergebnisse der Prüfverfahren sind valide Aussagen über das Verhalten von Kraftstoffen, Additiven, Bauteilen und gesamter Systeme unter anwendungsnahen Bedingungen möglich, die beispielsweise kraftstoff- und materialbedingte Risiken offenlegen. Außerdem ergeben sich daraus wertvolle Stoffdaten über die sich verändernden chemisch-physikalischen Eigenschaften von Kraftstoffen im Laufe von Alterungsprozessen, die für ein Fuel Condition Monitoring nutzbar sind. Auf der Basis der stetig wachsenden Sammlung von Know-how und Daten können OWI und TEC4FUELS auch als Consultants technische Pfade aufzeigen sowie Herstellungsprozesse und Potenziale neuer Fuels und Marktchancen bewerten.

Am OWI entwickelte und von TEC4FUELS im Kundenauftrag durchgeführte Testverfahren sind beispielsweise der Schnelltest für Dieselinjektoren (ENIAK)  und der ATESFUELS-Test, mit denen die Kompatibilität von Mitteldestillaten mit Motor- und Heizungsbauteilen untersucht werden können. Damit wird sichergestellt, dass die Industrie keine Überraschungen bei Markteinführungen erlebt. Unternehmen, die mit einem neuen Fuel, einem Bauteil oder System in einen Feld- bzw. Flottentest oder gar in den Markt gehen, brauchen maximale Betriebssicherheit, um sich vor Regressforderungen und Imageschäden zu schützen. „Die Erkenntnisse aus der Anwendung der Prüfmethoden bieten nicht nur wichtige Entscheidungsgrundlagen für die Produktentwicklung, sondern auch für die Qualitätssicherung bestehender Produkte“, erläutert Klaus Lucka. „Sie führen letztlich zu einer hohen Betriebssicherheit und Lebensdauer von technischen Komponenten.“

Welche Prüfverfahren sich für Kraftstoff- und Komponententests eignen und welche Stärken sie haben, lesen Sie im dritten Teil unserer Artikelserie.

Ein Prüfstand mit hellen Kunststoffleitungen, silbernen Metallrohren und Kraftstoffpumpen.

Neue CO2-arme Kraftstoffe in der Anwendungstechnik

December 1st, 2020News

How the engine runs safely

01 December 2020 The production of new climate-friendly fuels is technically possible, as a previous contribution to the example of the platform chemical methanol explained. In order to bring future low-CO2 fuels to technical maturity, it is important on the one hand to further optimize the production processes and on the other hand to ensure the compatibility of the new fuels with existing technical systems. Although regenerative fuels are new, the application technology issues remain the same:

  • Ageing/oxidation stability
    How do fuel properties change over certain periods of time under defined external influences, such as temperature?
  • Miscibility
    Can new renewable fuels be mixed well with other alternative and conventional fuels? How do the fuel properties change when fresh and old goods are mixed together?
  • Interactions
    Do interactions between fuels occur caused by blending?
  • Material compatibility
    Do interactions occur between fuels and the materials of fuel-carrying components, such as corrosion, increased wear or swelling seals?
  • Overall system compatibility
    What about the overall system compatibility of a fuel?

Classic testing looks at the fuels on the one hand and the components on the other, but often the complex interplay of fuels and technologies/systems is not the focus of the investigations. Sometimes there is also a lack of fast and cost-effective test procedures. OWI Science for Fuels and TEC4FUELS, on the other hand, have adopted a holistic view of the interactions. OWI develops application-oriented “Fit for Purpose” test procedures that simulate real operating conditions in the laboratory and supplement classic test methods. „TEC4FUELS further develops these test methods from technical maturity to market readiness and thus carries out fuel and component tests for the automotive industry, shipping, component manufacturers and the petroleum industry as a service“ explains TEC4FUEL´s managing director Klaus Lucka.

OWI and TEC4FUELS are developing test procedures that enable valid statements to be made about the actual behaviour of fuels and components under realistic operating conditions. Illustration: OWI/ TEC4FUELS

Central criterion: operational safety

On the basis of the results of the test procedures, valid statements about the behavior of fuels, additives, components and entire systems under application-related conditions are possible, revealing, for example, fuel- and material-related risks. In addition, valuable material data on the changing chemical-physical properties of fuels in the course of aging processes are obtained, which can be used for fuel condition monitoring. On the basis of the constantly growing collection of know-how and data, OWI and TEC4FUELS can also act as consultants, pointing out technical paths and evaluating manufacturing processes and the potential of new fuels and market opportunities.

Test procedures developed at OWI and carried out by TEC4FUELS on behalf of customers include the rapid test for diesel injectors (ENIAK) and the ATESFUELS test, which can be used to investigate the compatibility of middle distillates with engine and heating components. These tests ensure that the industry does not experience any surprises during market launches. Companies that enter a field or fleet test or even a market launch with a new fuel, component or system need maximum operational reliability to protect themselves against recourse claims and damage to their image. „The knowledge gained from the application of the test methods not only provides an important basis for decision-making in product development, but also for the quality assurance of existing products“ says Mr. Lucka. „Ultimately, they lead to a high level of operational safety and service life of technical components.“

Which test methods are suitable for fuel and component tests, and what strengths they have, can be read in the third part of our series of articles.

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