15. Juni 2018 – Aktuelle Studien zeigen, dass neue treibhausgasreduzierte flüssige Energieträger, sogenannte E-Fuels, für das Erreichen der Klimaziele eine wichtige Rolle spielen können. Ein besonderer Vorteil solcher Brenn- und Kraftstoffe: Sie könnten genauso gespeichert, transportiert und verwendet werden wie Benzin, Diesel oder Heizöl. Der Einsatz klimaschonender und emissionsarmer Fuels in bereits heute verfügbaren Technologien ist auch ein Forschungs- und Dienstleistungsschwerpunkt der TEC4FUELS GmbH. Geschäftsführer Klaus Lucka zeigte Anfang Juni in einem Vortrag anlässlich eines Workshops des europäischen Heizölverbands Eurofuel Trends in der Forschung und aktuelle Modellprojekte auf.

Basis des Vortrags war eine Untersuchung öffentlich geförderter Forschungsprojekte in Deutschland, die sich im Zeitraum von 1996 bis heute mit der Forschung und Entwicklung an „zukünftigen Brenn- und Kraftstoffen (Future Fuels)“ beschäftigt haben beziehungsweise beschäftigen. Grundsätzlich geht es dabei um die Herstellung alternativer flüssiger Kohlenwasserstoffe aus unterschiedlichen regenerativen Quellen (X-to-Liquid, XtL) mit hohem Treibhausgasminderungspotenzial. In Deutschland wurden in einem ersten Schritt rund 40 Forschungsprojekte mit Forschungs- beziehungsweise Pilotanlagen recherchiert, die sich mit der Herstellung von flüssigen Energieträgern aus Abfällen und Reststoffen biogener Herkunft (Biomass to Liquid, BtL) beschäftigen sowie mit synthetischen E-Fuels auf Basis von elektrolytisch gewonnenem Wasserstoff und Kohlenstoff, insbesondere aus CO2-Strömen (Power to Liquid, PtL). Allen Herstellungspfaden gemeinsam ist das Ziel eines möglichst geschlossenen Kohlenstoffkreislaufs zwischen Herstellung und Verwendung.

Die Anforderungen an synthetisch hergestellte Brenn- und Kraftstoffe sind vielfältig und anspruchsvoll. So müssen sie hohe Treibhausgaseinsparpotenziale bieten, ein ausreichendes Ressourcenpotenzial vorweisen und Nutzungskonkurrenzen vermeiden. Darüber hinaus sollen sie in der vorhandenen Infrastruktur nutzbar, d. h. kompatibel mit neuen wie alten technischen Systemen sowie mit konventionellen Fuels mischbar sein(„Drop-in-Qualität“), um nur einige der Forderungen zu nennen. TEC4FUELS arbeitet an diesen Fragestellungen und entwickelt neue Testverfahren und führt sie unter realitätsnahen Bedingungen auf eigenen Prüfständen durch. Die Forschungsaktivitäten und technischen Dienstleistungen haben das Ziel, die Betriebssicherheit und eine lange Lebensdauer sowohl von neuen wie bereits im Markt befindlichen Technologien beim Einsatz neuer flüssiger Brennstoffe zu gewährleisten. Praktikable, verlässliche und bezahlbare Lösungen sind letztlich die Voraussetzung, damit klimaschonende E-Fuels auch von den Kunden akzeptiert werden.

Etwa 45 Teilnehmer, die europäische Unternehmen der Mineralölwirtschaft, Verbände, Nichtregierungsorganisationen und Forschungsinstitutionen vertraten, diskutierten in dem Workshop darüber, welche Pfade zur Herstellung von „Future Fuels“ besonders aussichtsreich erscheinen, welche technischen Herausforderungen bewältigt werden müssen und welcher politischen Rahmenbedingungen es für eine Markteinführung bedarf. Die Präsentationen der Referenten werden hier veröffentlicht.